Grüne aus vier Bundesländern protestierten gegen geplante Pipeline zur Oberweser
Grüne aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Bremen haben am Donnerstag (03.05.2012) in Höxter gegen die dauerhafte Versalzung der Weser durch das Unternehmen K+S protestiert. Neben der niedersächsischen Landesvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Anja Piel, und dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im niedersächsischen Landtag, Christian Meyer, beteiligten sich auch die Bundestagsabgeordnete Ute Koczy, und die hessische Landtagsabgeordnete Sigrid Erfurth. „Die Weser darf nicht zum Abwasserkanal verkommen“, forderte Piel. „Schwarz-Gelb in Niedersachsen schützt K+S als ein Unternehmen mit Milliardeumsätzen vor den Kosten für eine umweltverträgliche Entsorgung der Salzabfälle“, kritisierte die Landesvorsitzende. „Dies geht zu Lasten der Anliegerkommunen an der Weser.“
In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fordern die Grünen, dass die Weser bis 2020 in einen besseren ökologischen Zustand versetzt wird. „Wir wollen eine gesunde Weser und einen lebendigen Fluss. Das bedeutet für uns das Ende der Salzeinleitungen durch K+S und Umsetzung der Beschlüsse des Runden Tisches“, erläuterte der niedersächsische Abgeordnete Christian Meyer. Der aus Vertretern von Kommunen, Umweltverbänden, Gewerkschaften, Arbeitgebern und Politik zusammengesetzte Runde Tisch hatte sich für eine deutliche Reduzierung der Salzabfälle und die Restentsorgung über eine Fernleitung in die Nordsee ausgesprochen. Die niedersächsische Landesregierung sperrt sich jedoch gegen diese Lösung.
„BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vertreten als einzige Partei in allen Bundesländern eine klare Haltung zur Rettung der Weser. SPD, CDU und FDP sind in der Frage tief gespalten. K+S nutzt diesen Umstand gnadenlos aus“, so Anja Piel. Statt der von Niedersachsen abgelehnten Nordseepipeline plane das Unternehmen eine Leitung an die Oberweser mit Einleitpunkt im hessischen Bad Karlshafen. „Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen würde dann die komplette Salzfracht von mehreren Millionen Tonnen vor die Tür, beziehungsweise in die Weser gekippt.“